Rysik saß bereits das zweite Jahr in einem polnischen Tierheim. Der ständige Stress, die Kälte und die lauten Zwinger setzten ihm schwer zu, sein Fell fiel großflächig aus, seine Haut war entzündet, die Ohren schmerzhaft. Kleine, sensible Hunde wie er haben dort kaum eine Chance, einen harten Winter zu überstehen. Deshalb baten uns die Tierpfleger dringend um Hilfe für den kleinen Kerl.
Seit wenigen Wochen ist Rysik nun bei uns. Mit Medikamenten, medizinischen Bädern, einer intensiven Ohrenbehandlung und einer konsequenten Futtermitteldiät haben wir seine Allergie gut in den Griff bekommen. Sein Fell wächst endlich wieder nach. Noch trägt er bei kaltem Wetter einen Mantel, weil er schnell friert, aber bald wird auch sein nackiges Bäuchlein wieder von weichem Fell bedeckt sein.
Was Rysik in seinem bisherigen Leben erlebt hat, wissen wir nicht. Sicher ist nur, Menschen machen ihm Angst. Er begegnet uns sehr vorsichtig und zurückhaltend, flüchtet bei schnellen Bewegungen oder versucht, sich in seinem Körbchen „unsichtbar“ zu machen. Dabei ist er unglaublich sanft, niemals würde er schnappen oder aggressiv reagieren. Selbst die unangenehme Badeprozedur hat er stets ruhig und brav über sich ergehen lassen.
Langsam, ganz langsam, beginnt er, zaghaft Vertrauen zu fassen. An der Leine wird er immer sicherer und mit seinen Hundekumpels liegt er besonders gerne eng zusammengekuschelt im Körbchen.
Für Rysik suchen wir ruhige, geduldige und einfühlsame Menschen, die keine Erwartungen an einen „fertigen“ Hund haben, sondern ihm Zeit lassen, in seinem eigenen Tempo anzukommen. Ein souveräner, freundlicher Zweithund wäre für ihn sicher eine große Hilfe, ist aber kein Muss für die Vermittlung.
Wir wünschen uns, dass seine zukünftigen Menschen ihn vor einer Adoption mehrfach bei uns besuchen, damit er Vertrauen aufbauen kann.
Rysik braucht kein lautes Leben, nur Sicherheit, Wärme, Verständnis und jemanden, der ihm zeigt, dass Menschen auch gut sein können. Ganz wichtig ist, Rysik bekommt derzeit ein hypoallergenes Spezialfutter als alleiniges Futter. Er braucht keine Medikamente.