23.07.2026
Fundkater Lancelot und Mamakatze Finchen waren beim Tierarzt bestellt. Finchen Kids waren mittlerweile groß genug, um auch ohne Mutti zurecht zu kommen, sodass wir die Kastration der Miez angehen konnten. Ein ähnlicher Eingriff erwartete Lancelot. Obwohl er keinen sichtbaren Hodensack hatte, roch er doch sehr stark nach einem potenten Kater. Auch beim abtasten konnte die Tierärztin in der Leiste keine Hoden fühlen. Einzig logische Schlussfolgerung war, dass Lancelot ein Kryptorchid ist und innenliegende Hoden hat. Die Kastration war also umfangreicher, als eine normale Kater-Kastration. Da bei Lancelot alle Eckzähne locker waren, konnten diese in Narkose gleich mit gezogen werden. Ungeplanterweiße haben wir auch noch das kleine rot-weiße Kätzchen Emmi mit in die Tierarztpraxis genommen. Die kleine Katze wurde von Durchfall geplagt. Drei Spritzen und ganz viele Streicheleinheiten später, durfte sie schnurrend wieder in die Transportbox steigen. Hoffentlich hilft ihr die Behandlung rasch. Ein paar Stunden später, durften auch Lancelot und Finchen wieder abgeholt werden. Während Finchen ihre Müdigkeit einfach entspannt zelebrierte und mit eingeklappten Pfötchen ruhte, konnte sich Lancelot mit diesem Kontrollverlust nur schwer abfinden. Doch sein Körper war einfach zu müde, für alles, was sein Kopf machen wollte. Erst als wir ihn in seinen weich ausgepolstertes Bettchen legten, entschied er sich, dass es Zeit für ein Nickerchen wäre.
22.07.2026
Bei der Tierarztvisite standen heute richtig viele Kätzchen und ein Hund auf dem Plan. Die vier Katzenkinder Benito, Fiete, Bella und Betty erhielten ihre zweite Impfung. Außerdem bekamen die beiden Katerchen auch schon ihren Mikrochip. Die stark übergewichtige Katze, deren Halter verstorben war, hatte sich mittlerweile ganz gut bei uns eingelebt, sodass die Tierärztin das arme Tier untersuchen konnte. Neben dem offensichtlichen Übergewicht von über 9kg, hat die Tierärztin auch noch mehrere vereiterte Zähne gefunden. Auch mit vereinten Kräften gelang es uns nicht herauszufinden, ob es sich um einen Kater oder eine Katze handelt, da die Miez so heftig strampelte. Wir haben uns nun auf den vollkommen geschlechtsneutralen Namen Mochi geeinigt. Mochi konnte auch die erste Impfung bekommen. Ähnlich ging es mit dem D-Wurf weiter. Dana, Diego, Dexter und Dino wurden untersucht und im Anschluss gepiekst. Und auch bei Floki, Filou und Felix hatte die Tierärztin nichts zu beanstanden, weshalb sie ihre erste Impfung bekamen. Abgabekater Oskar wurde auch gründlich untersucht. Der gerade einmal siebenjährige Kater hat ein katastrophales Zahnbild, nahezu alle Zahnhälse der verbleibenden Zähne liegen frei, das Zahnfleisch ist entzündet und an den Zähnen sind große Brocken Zahnstein zu sehen. Das erklärt auch, wieso sein Fell so stumpf wirkt. Wahrscheinlich hat Oskar vor geraumer Zeit eingestellt, sich selbst zu putzen. Es ist traurig zu wissen, dass Oskar in den letzten Jahren ein Zuhause hatte und sich trotzdem niemand um seine Gesundheit bemüht hat.
21.07.2026
Kater Oskar wurde heute in unserem Tierheim abgegeben. Seine Besitzer konnten sich nicht mehr um ihn kümmern, da sie in ein Betreutes Wohnen umziehen mussten und Oskar nicht mitdurfte. Man teilte uns mit, dass der Freigängerkater ungefähr 2019 geboren wurde und seitdem nur zu seiner Kastration einen Tierarzt gesehen hat. Der rot-weiße Kater schien ganz aufgeschlossen und freundlich zu sein. Dennoch merkte man ihm an, dass er seine Freiheit vermisst und lieber nicht in einem Quarantänekäfig wäre. Bei genauerer Betrachtung stellten wir sogleich einen massiven Flohbefall fest und auch in seinem Mäulchen schien etwas nicht richtig zu sein. Unsere Tierärztin wird sich Oskar demnächst noch einmal genauer betrachten.
20.07.2026
Gerade drei Orte weiter hat ab jetzt die hübsche Fundkatze Vitani ihren Lebensmittelpunkt. Bei dem Besuch im Tierheim punktet Vitani durch ihre aufgeschlossene und anschmiegsame Art. Die ersten Wochen wird sie in dem großzügigen Haus eingewöhnen, bevor sie über die angrenzenden Felder und Wiesen stormern darf. Darauf freut sich Vitani sicher jetzt schon. Wir freuen uns, dass sie so rasch, so ein tolles Zuhause gefunden hat.
18./19.07.2026
Manche Wochenenden schreiben keine großen Schlagzeilen. An diesem Wochenende gab es keine Vermittlungen oder andere große Erfolgsmeldungen, über die wir uns gemeinsam freuen konnten. Dafür hat uns der Alltag einmal mehr gezeigt, was Tierschutz wirklich bedeutet: Was von außen oft gar nicht sichtbar ist, füllt unsere Tage von früh bis spät: Gehege reinigen, Wäsche waschen, Futter für hungige Mäuler und Schnäbel vorbereiten und verteilen, Medikamente verabreichen, große und kleine Tiere versorgen, trösten, beobachten, dokumentieren und organisieren. Besonders unsere Katzenquarantäne fordert derzeit viel Zeit und Aufmerksamkeit. Zahlreiche kleine Kitten müssen versorgt werden, die noch viel Pflege, Fürsorge und Zeit brauchen, bevor sie all ihre Impfungen erhalten und irgendwann bereit für den Start in ein neues Zuhause sind. Mehrmals täglich werden sie versorgt, genau beobachtet und liebevoll betreut. Gerade die Kleinsten brauchen nicht nur regelmäßige Mahlzeiten und eine saubere Umgebung, sondern auch Geborgenheit, damit sie gesund und unbeschwert heranwachsen können. Die Urlaubszeit und krankheitsbedingte Ausfälle haben unsere ohnehin schmale Personaldecke zusätzlich belastet. Umso mehr war Teamgeist gefragt, damit einfach keiner unserer Schützlinge zu kurz kommt. Und doch sind es genau diese kleinen Momente, die uns Kraft schenken: Unsere Schafe genießen seit dem Einzug in ihren neuen Stall jeden Tag ihre große Wiese in vollen Zügen. Sie zufrieden grasen und entspannt dösen zu sehen, macht einfach Freude. Und dann ist da noch unsere liebe Buna, die mit ihrer fröhlichen und freundlichen Art jede Sorge für einen Moment vergessen lässt und uns immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Gerade an Wochenenden wie diesem wird deutlich, dass Erfolg im Tierschutz nicht ausschließlich an Vermittlungszahlen gemessen wird. Manchmal besteht ein gelungenes Wochenende einfach darin, dass alle Tiere gut versorgt wurden und sich trotz personeller Engpässe sicher und geborgen fühlen konnten. Darauf sind wir stolz. Und wir sind unglaublich dankbar für alle, die uns dabei unterstützen – unsere ehrenamtliche Helfer, unsere Spender und all die Menschen, die unsere Arbeit verfolgen und mittragen. Ohne diese Unterstützung wäre vieles nicht möglich. Wir blicken nun auf eine neue Woche – und hoffen, dass sie vielleicht die eine oder andere schöne Geschichte schreibt.
