Der schwarze Kater Mephisto war einst als herrenloser Streuner aufgegriffen worden, nachdem er krank, erschöpft und auf sich allein gestellt Zuflucht bei tierlieben Menschen gesucht hatte. Niemand schien ihn zu vermissen. Aus diesem traurigen Start entwickelte sich bei uns nach und nach die Geschichte eines sensiblen Katers, der erst lernen musste, wieder Vertrauen zu fassen.
Dieses Wochenende durfte unser schwarzes Sensibelchen nun in sein neues Zuhause nach Wachau umziehen.
Schon beim Einladen zeigte er sehr deutlich, was er von diesem Vorhaben hielt. Die Transportbox wurde mit Nachdruck und einer gehörigen Portion schlechter Laune kommentiert. Mephisto war alles andere als begeistert und machte unmissverständlich klar, dass er den Ablauf nicht gutheißt. Entsprechend unerquicklich verlief dann auch die Fahrt für ihn.
Im neuen Zuhause angekommen, wurde die Transportbox geöffnet – und Mephisto tat genau das, was man von einem vorsichtigen, sensiblen Kater erwarten konnte: Er suchte sofort das Weite. Sein Ziel war schnell gefunden. Unter dem Bett richtete er sich erst einmal einen sicheren Beobachtungsposten ein und beschloss, dass dort vorerst der beste Platz der Welt sei.
Während des Vermittlungsgesprächs präsentierte sich die bereits dort lebende Katze deutlich aufgeschlossener. Sie saß die ganze Zeit neugierig mit dabei, beobachtete aufmerksam das Geschehen und schien interessiert jedem Wort zu lauschen. Ob sie wohl schon ahnte, dass der schwarze Neuzugang bald bei ihr einziehen würde?
Als wir uns schließlich verabschiedeten, saß Mephisto noch immer unter seinem Bett. Ganz still war es dort allerdings nicht. Als seine neue Besitzerin vorsichtig nach ihm schaute, wurde sie mit einem maunzenden Kommentar bedacht. Die Unterhaltung zwischen beiden hat also bereits begonnen.
Nun braucht es etwas Zeit, Geduld und viele ruhige Momente, damit Mephisto wirklich ankommen kann. Aber wir sind zuversichtlich, dass aus dem skeptischen Bettbewohner schon bald ein entspannter Mitbewohner wird.