14./15.03.2026
Dieses Wochenende war bei uns im Tierheim besonders ereignisreich – und es zeigte einmal mehr, wie viel man gemeinsam bewegen kann. Das Einsteigen ins Auto klappte problemlos – sie ließ sich hineinheben und blieb während der Fahrt ruhig. Am Ziel angekommen war Quinn jedoch zunächst völlig überwältigt von den vielen neuen Eindrücken und wollte erst einmal nicht aussteigen. Nach etwas gutem Zureden ging es dann doch weiter. Als sie den Mann der Familie sah, blieb sie kurz stehen und fand alles ziemlich unheimlich, folgte schließlich aber zögerlich. Die Treppe meisterte sie gut und oben angekommen wurde sie vorsichtig ins Haus geführt. Dort lebt auch Pepper, ein Hund aus unserem Tierheim, der Quinn gegenüber zunächst mit enormer Unsicherheit begegnete. Während wir den Papierkram erledigten, überraschte uns Quinn dann: Sie kam näher, ließ sich streicheln und suchte sogar ein wenig Nähe – etwas, das sie bei uns zuvor nie gezeigt hatte. Trotzdem war sie insgesamt noch sehr vorsichtig und stand oft wie angewurzelt da, als müsste sie erst begreifen, was gerade alles passiert. Ähnlich ging es damals auch Pepper, von daher sind wir zuversichtlich, dass beide sich zukünftig nähern werden, um von ihren Erlebnissen zu berichten. Quinn lebt nun in einem liebevollen Mehrgenerationenhaus mit großem Hof und viel Natur drum herum. Die erste Rückmeldung am nächsten Tag war bereits sehr positiv – wir freuen uns sehr für sie, denn wir wissen, sie ist in liebevollen Händen. Während Quinn also ihren großen Schritt in ein neues Leben machte, war im Tierheim selbst ebenfalls einiges los – denn an diesem Wochenende fand unser Helfertag statt. Viele engagierte Menschen kamen zusammen, um tatkräftig mit anzupacken. Wege und Gehege wurden gesäubert, gefegt und wieder ordentlich hergerichtet. Die Grünanlagen wurden aufgehübscht, die Schafställe gründlich ausgemistet und im Haupthaus bekamen alle Fenster eine intensive Reinigung, sodass sie nun wieder blitzblank sind und die Sonne herein lachen darf. Auch in den letzten Ecken wurde gearbeitet: Staub, Dreck und Spinnenweben hatten keine Chance mehr. Wir sind begeistert was alles geschafft wurde und, dass so viele Menschen Ihre Unterstützung realisierten. Am Ende eines arbeitsreichen Tages saßen alle noch gemütlich zusammen – bei Kaffee und Kuchen, mit vielen Gesprächen und dem guten Gefühl, gemeinsam viel geschafft zu haben. Solche Tage zeigen uns immer wieder, wie wertvoll Gemeinschaft ist. Danke an alle, die mitgeholfen haben.
07./08.03.2026
Und wieder hat es eines unserer Sorgenfellchen geschafft, unser schüchterner Rysik hat sein Zuhause gefunden. Als der kleine Kerl aus einem polnischen Tierheim zu uns kam, war sein Zustand alles andere als gut. Seine Haut war stark angegriffen, das Fell fehlte an vielen Stellen und seine Ohren waren entzündet. Halb nackt und sehr ängstlich stand er damals vor uns und wusste noch gar nicht, dass für ihn nun ein neues Kapitel beginnen würde. Mit viel Pflege, guter tierärztlicher Versorgung und einem speziellen Futter gelang es uns nach und nach, seine schlimme Allergie in den Griff zu bekommen. Sein Fell begann wieder schön nachzuwachsen und auch Rysiks Neugier auf die Welt wurde mit der Zeit immer größer. Schritt für Schritt fasste er Vertrauen und begann aufzublühen. Vor einigen Tagen kam dann eine liebe Familie zu uns ins Tierheim und brachte ein großes Auto voller wunderbarer Sachspenden für unsere Tiere vorbei. Eigentlich wollten sie nur kurz schauen und uns unterstützen. Bis vor kurzem lebte noch unsere liebe Hunde-Omi Frieda bei ihnen, die im stolzen Alter von fast 22 Jahren verstorben ist. Der Verlust saß noch immer tief. Doch dann fiel ihr Blick auf Rysik. Wir erzählten seine Geschichte und irgendetwas schien die Familie sofort zu berühren. Schon wenige Tage später standen sie wieder bei uns im Tierheim. Dieses Mal brachten sie auch ihre anderen vierbeinigen Familienmitglieder mit, denn schließlich sollten diese ein Wörtchen mitreden dürfen. Und was sollen wir sagen? Sie verstanden sich vom ersten Moment an hervorragend. Damit war schnell klar, Rysik bekommt einen echten Traumplatz. Nur wenige Tage später durften wir ihn in sein neues Zuhause bringen, ganz in der Nähe, in ein schönes Haus mit einem richtig sicher eingezäunten Garten. Hier kann Rysik nun ganz in seinem eigenen Tempo ankommen, die Welt entdecken und lernen, dass das Leben auch leicht und fröhlich sein darf. Wir drücken ganz fest die Daumen, dass unser kleiner Sorgenkerl schon bald fröhlich gemeinsam mit seinen beiden Hundekumpels durch Haus und Garten tobt.
28.02./01.03.2026
Fünf neue Seelen sind bei uns angekommen: Clara, Henriette, Tilly, Ulla und der „Hahn im Korb“, Rüde Dean.
Dank zahlreicher lieber Aufnahmepaten, die das erst ermöglichten, durften sie nach vielen Jahren endlich ihre Reise aus der rumänischen Smeura antreten und nun bei uns ankommen.
Als sich die Transporttüren öffneten, war die Unsicherheit spürbar. Die lange Fahrt steckte allen noch in den Knochen. Vorsichtige Blicke, zögernde Schritte – alles war neu.
Für Henriette war es zunächst zu viel. Die fremden Gerüche. Die neuen Geräusche. Die unbekannten Zäune. Ihre Überforderung zeigte sich deutlich – mehrfach versuchte sie, den Zaun zu erklimmen. Weg. Einfach weg aus dieser Situation. Wir ließen sie nicht allein, gaben ihr Raum, Sicherheit und Ruhe.
Und dann, am nächsten Morgen, dieser besondere Moment:
Henriette schnüffelte vorsichtig an Tilly – und wie von Zauberhand war ihre Angst verschwunden. Ihr Blick wurde weich, ihr Körper entspannte sich. Die Angst fiel von ihr ab, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Uns fiel ein Stein vom Herzen.Was alle fünf verbindet, ist ihre unglaubliche Freundlichkeit. Sie suchen Nähe, orientieren sich aneinander und zeigen schon jetzt, wie viel Sanftmut in ihnen steckt.
Willkommen, ihr wundervollen Seelen.
Jetzt beginnt eure Zeit. 🐾21./22.02.2026
Dieses Wochenende war wettertechnisch wirklich ein Wechselbad der Gefühle. Dennoch nutzten wir die stabilen Stunden, um mit der schüchternen Quinn und dem ebenso vorsichtigen Rysik das An-der-Leine-Gehen zu üben. Beiden brachten wir viel Zeit und Einfühlungsvermögen entgegen, denn eine so unscheinbare Kleinigkeit bedarf einer vorsichtigen Herangehensweise. Die zarte Quinn war zugänglich, auch wenn sie das Schauspiel mit Argwohn betrachtete. Bei Rysik konnten wir mit ein paar Leckerlis punkten. Als beide dann gesichert waren, konnte der Spaziergang starten. Es war herrlich zu beobachten, wie beide die Runde genossen – da störten die Regentropfen und das viele Eis auf den Wegen in keiner Weise. Außerdem nahmen wir uns die Zeit und gönnten Babuszka, unserer Leonbergerhündin, mal wieder etwas Wellness. Sie ist aufgrund ihrer Rasse mit dichtem Fell und ausgeprägter Unterwolle ausgestattet, was für sie bei den kalten Temperaturen äußerst hilfreich ist, aber durchaus zu Verfilzungen neigen kann. Somit durfte die stattliche Dame mal wieder in den Genuss einer ausgiebigen Fellbehandlung kommen und von losem Fell befreit werden – und da kam ordentlich was zusammen. Im Anschluss zeigte sie ihr frisch gestriegeltes Fellkleid wie nach einem Friseurbesuch.
07.02./08.02.2026
Auch dieses Wochenende war im Tierheim wieder einiges los – und das ganz abseits von Vermittlungen. Der Elektriker war vor Ort, um sich einem kniffligen Schaltkreisproblem in unseren Räumen anzunehmen. Die Ursachenforschung dauert an, aber er ist zuversichtlich die Situation bald besser zu verstehen und dann geht’s hoffentlich an die Problemlösung. Nicht weniger wichtig war ein anderer Termin: Annett war bei unserer Tierärztin, um die Stuhlproben von unseren Hunden Carmen, Quinn , Bandzior und Bax abzugeben. Diese werden nun von einem Labor untersucht, um herauszufinden, ob weiterhin ein Giardienbefall vorliegt oder ob unsere Schützlinge inzwischen frei davon sind. Diese Kontrolle ist unverzichtbar und wir hoffen sehr, dass bald positive Nachrichten von ihr kommen. Leider spüren wir immer noch die Auswirkungen der aktuellen Grippewelle mehr als deutlich: Ein großer Teil unseres Teams liegt krank zu Hause, und so sind wir personell weiterhin stark eingeschränkt. Mehrere Kollegen fallen gleichzeitig aus, was den ohnehin fordernden Tierheimalltag zusätzlich enorm belastet. Unsere Bewohner müssen versorgt werden, da versuchen wir mit letzter Kraft, durch Schichttausch und Doppeldiensten, die Versorgung aller Bewohner am Laufen zu halten, aber all dies bringt uns an die Grenzen.



